Ein dramatisches Kapitel der Erdgeschichte

Warum wurde Stevns Klint in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen? Weil es der beste Ort der Welt ist, um Der Fischtonund die Spuren des Asteroideneinschlags zu sehen, der mehr als die Hälfte des Lebens auf der Erde ausrottete.

Das Welterbe ist eine Anerkennung und Verpflichtung, die Stevns Klint 2014 von der UNESCO erhalten hat. UNESCO-Welterbe bedeutet, dass der Ort für die gesamte Menschheit, für heutige und zukünftige Generationen, eine besondere universelle Bedeutung hat. 

Die Klippe ist ein UNESCO-Welterbe, denn zwischen der dicken Kreideschicht und der Kalkschicht der Klippe liegt eine sehr dünne Schicht Fischlehm, die davon erzählt, wie die Ökosysteme der Erde aufgrund von Ausbrüchen sogenannter Supervulkane unter Druck waren und wie ein Asteroideneinschlag der Geschichte der Dinosaurier ein Ende setzte. Der Fischlehm ist eine graubraune Tonschicht von nur 5 bis 10 Zentimetern, daher kann es schwierig sein, sie zu erkennen. Die Schicht auch nicht an allen Orten über der Meeresoberfläche. Da man sich aus Sicherheitsgründen den Fischlehm nicht aus der Nähe ansehen kann, empfehlen wir, ihn durch die Fernrohre an der Alten Kirche von Højerup oder von unten vom Strand aus zu betrachten.

Es gibt zwei Aussichtspunkte mit Fernrohren in Højerup. Gleich hier bei der Kirche und etwas weiter südlich an der Treppe zum Strand vorbei.

Vor mehr als 66 Millionen Jahren existierte Stevns Klint noch nicht. Zu dieser Zeit war ganz Dänemark und große Teile Nordeuropas vom Kreidemeer bedeckt. Die Dinosaurier lebten an Land, während Haie, riesige Mosasaurier, Fische, Ammoniten, Seeigel und kleine Algen im Meer lebten. 

Viele Jahre lang waren sich die Wissenschaftler sicher, dass das große Massensterben am Ende der Kreidezeit auf die enorme vulkanische Aktivität im heutigen Indien zurückzuführen war. Die Theorie war, dass die vulkanische Aktivität die Lebensbedingungen auf der Erde allmählich übersäuerte und die Atmosphäre mit Staub und giftigen Gasen verschmutzten. Aber der Geologe Walter Alvarez und sein Vater, der ebenfalls Geologe war, waren sich sicher, dass es etwas anderes sein müsste. Etwas, das den Himmel auf einen Schlag verdunkelt hatte, und sie verfolgten ihre Theorie eines riesigen Meteoriten.

1978 kam Alvarez nach Dänemark und nahm Proben von dem Fischlehm, weil sich alle einig waren, dass der dünne graue Streifen die Zeit einer gewaltsamen Veränderung im Leben auf der Erde darstellt. Die Probe enthielten große Mengen des Elements Iridium. Eine Substanz, die auf der Erde nicht natürlich vorkommt, aber in großen Mengen im Weltraum zu finden ist. Dieser Fund stützte die Theorie von Alvarez, aber niemand konnte einen Krater finden, der groß genug war, um ein Massensterben dieser Größenordnung zu erklären.

 

Walter Alvarez nahm 1978 Proben vom Fischlehm. Heute ist es nicht mehr gestattet, den Fischlehm zu berühren oder in der Klippe zu graben.

Die Theorie spaltete Geologen auf der ganzen Welt - einige glaubten an die Vulkantheorie, andere an die Meteoritentheorie. 1992 fand man einen riesigen Krater auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán in der Nähe der Stadt Chicxulub, nach der dieser Krater seinen Namen erhielt. Der Krater entstand am Ende der Kreidezeit und wurde von einem Meteoriten mit einem Durchmesser von 10 Kilometern verursacht. Der Aufprall war so heftig, dass er 96 Teratonnen TNT entsprach, und schleuderte so riesige Mengen Asche in die Atmosphäre, dass die gesamte Erde in eine dunkle Wolke gehüllt war, die einen globalen nuklearen Winter verursachte.

Mehr als 50 Prozent der bereits schwer geplagten Pflanzen- und Tierwelt starben schließlich endgültig - auch im Kreidemeer. Einige Arten von Fischen, Seeigeln, Algen und Haien überlebten, wurden jedoch kleiner, da sie weniger Nahrung enthielten. Auf der Erdoberfläche waren fast alle Raubtiere verschwunden, und das war unser Glück, denn jetzt wurden die Säugetiere, die die Katastrophe überlebt hatten, nicht jedes Mal gefressen, wenn sie auftauchten. Die Säugetiere passten sich ihrer vorhandenen Nahrung an, vermehrten sich schnell und überlebten so in den unter Druck stehenden Ökosystemen.

Heute wissen wir, dass die Dinosaurier bereits vor dem Asteroidenschlag vom Aussterben bedroht waren. Es war also das Zusammentreffen von Supervulkanen und dem Asteroideneinschlag, das die wohl berühmtesten Kreaturen auf unserem Planeten auslöschte. Auf diese Weise entwickelten sich die Säugetiere, so dass das Massensterben der Beginn des Lebens wurde, wie wir es heute kennen. Der Staub aus der Atmosphäre sank herunter und lagerte sich auf der ganzen Welt ab. Er schwebte auch hinunter auf den Meeresgrund und bildete dort eine neue Schicht auf den vielen Metern toter Algen, die den Kreideboden bildeten. Dann kamen andere Tiere hinzu, deren Skelette zu der Kalkschicht wurden, die heute im oberen Teil der Klippe zu sehen ist.

Illustration: Sune Elskær og Tor Fruergaard.